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Berichte von Freiwilligen

Wanakkam liebe Freunde,

schon wieder ist ein Monat vergangen, sodass es erneut Zeit für meinen nächsten Rundbrief ist.

Nach meiner Rückkehr aus dem Süden Tamil Nadus habe ich wieder für drei Wochen hier im Kinderheim in Coonoor gearbeitet. Dort gibt es aktuell fünf Gruppen. Im letzten Rundbrief habe ich fälschlicherweise vier Gruppen geschrieben. In diesem Zeitraum war in Indien auch Diwali (Ende Oktober). Diwali ist ein hohes Fest im Hinduismus und vom Stellenwert her vergleichbar mit Weihnachten bei uns. An Diwali, auch Lichterfest genannt, wird dem Sieg des Guten über das Böse gedacht. Traditionell wird das Fest mit vielen Feuerwerkskörpern gefeiert. Für die Jungs hier im Kinderheim bedeutet Diwali, neben dem „herumböllern“ mit Feuerwerk, vor allem gutes Essen und Besuch von der eigenen Familie im Heim zu bekommen. An diesem Tag gab es selbstverständlich auch im Kinderheim Biriyani zu essen. Biriyani ist ein gemischter Gemüsereis und das typische Festessen in dieser Gegend. Das Gericht gibt es in verschiedenen Formen, so beispielsweise vegetarisch, als Chicken Biriyani (mit Hühnchen) oder auch als Beef Biriyani (mit Rindfleisch).

Zu besonderen Anlässen, wie Gäste zu Besuch oder Feste, wird hier auch gerne vom Bananenblatt gegessen. Das Bananenblatt wird dabei als Tellerersatz verwendet. Nach dem Essen wird das Bananenblatt in der Mitte zusammengefaltet. Dabei ist darauf zu achten, in welche Richtung die Öffnung des gefalteten Blattes zeigt. Zeigt die Öffnung zu einem selbst bedeutet dies, dass man mit dem Essen zufrieden war. Eine zur Tischmitte zeigende Öffnung bedeutet hingegen das Gegenteil.

Für großes Aufsehen hier in Indien hat Anfang November die Abschaffung der 500 und 1.000 Rupie- Banknoten gesorgt. So wurde im Abendfernsehen von Regierungsseite verkündet, dass die genannten Banknoten ab sofort ungültig seien und zudem eine neue 2.000 Rupie-Banknote eingeführt werden würde. Die Aktion diente dem Kampf gegen Schwarz- und Falschgeld. Alte Banknoten können bis zu einem bestimmten Betrag und unter Vorlage eines Identifizierungsnachweises umgetauscht werden. Die großangelegte Umtauschaktion führte allerdings dazu, dass die Banken zunehmend in Liquiditätsprobleme gerieten und schließen mussten. Zumindest bis Anfang dieser Woche waren noch viele Banken und Geldautomaten geschlossen.

In der vergangenen Woche war ich dann erneut unterwegs, um verschiedene Einrichtungen des CMS zu besuchen. Diesmal ging es in den Südosten von Tamil Nadu. Die Gegend ist sehr abwechslungs-reich. So waren wir am Anfang der Woche bei Kudankulam am Strand und am Wochenende auf etwa 2.200 m Höhe in den Bergen von Kodaikanal. Auch diesmal hatten wir wieder die Gelegenheit, neben den CMS-Einrichtungen, Land und Leute kennenzulernen.

In Manamadurai, wo sich eine KIRUBA-Einrichtung des CMS befindet, hatten wir die Gelegenheit, die Familien der Kinder etwas besser kennenzulernen. Das KIRUBA-Programm des CMS bietet Kindern aus bedürftigen Familien in Kooperation mit lokalen Einrichtungen (häufig Kirchen) ein Betreuungsangebot. Die Familien der Kinder dort verdienen sich ihr Geld unter anderem mit der Zucht von Schlangen. Diese wurden uns selbstverständlich voller Stolz präsentiert, darunter auch Kobras.

Die nächsten Wochen bis kurz vor Weihnachten werde ich nun wieder bei den Jungs hier im Kinderheim in Coonoor sein.

Ich wünsche euch allen eine gesegnete Adventszeit.

Liebe Grüße aus Südindien

Matthias Traber